Der Weg einer Entscheidung Teil 5

Alan saß etwas missmutig in Manfreds Café und betrachtete seinen Gegner abschätzend. Er kannte diesen schwarzhaarigen Kerl nicht, da dieser zum ersten Mal hier war. Dennoch kam er gar nicht auf die Idee er könnte verlieren. Selbst wenn diese eigenwillige Nachlässigkeit wieder zu Tage trete, die sich in den letzten Tagen in sein Spiel geschlichen hatte, schien er seinen Sieg für sicher zu halten.

Manfred war sich nicht sicher, ob es gut war, was er da sah. Es konnte bedeuten, dass Alan sich über sein Verhalten Gedanken machte, oder er nahm seinen Gegner nicht wirklich ernst. Das Erste hätte Manfred sehr gefallen, aber er befürchtete fast Zweiteres würde eher zutreffen.

Mit einem

~klack~

~klack~

Nahmen die beiden Spieler die Steine von dem Brett und führten das Nigiri aus, ein Zeichen des Respekts voreinander. Dann nahmen die Spieler ihre Steine, legten eine Hand darüber, rückten noch einmal die Deckel zur Ablage der geschlagenen Steine zurecht, verbeugten sich voreinander und sprachen eine Begrüßungsformel.

Diese eigentümliche Ruhe, die vor jeder Partie sich einstellte, machte sich breit.

Das Spiel begann.

Vielleicht hatte Alan jenen Gegner gefunden, der ihn zurechtweisen könnte. Manfred ging indes weiter um die nächste Bestellung aufzunehmen, sah jedoch immer wieder einmal kurz auf das Brett der Beiden.

 

Die Partie hatte auf eine sehr offensive Art und Weise begonnen. Die Steine standen hoch auf der vierten Reihe und schienen bedrohlich jetzt schon auf die gegnerische Position hinabzublicken.  Nicht mehr lange konnten sich die beiden Parteien voneinander fern halten. Die Melodie wurde brausend angekündigt, die diese Partie nun haben sollte und es gab kein Zurück.

~klack~

Alan hatte die weißen Steine übernommen, so war es sein Privileg sich der ersten Ecke anzunähern und kraftvoll kam dieser erste Stein der Position seines Mitspielers nahe.

~klack~

Blitzschnell lag die Antwort auf dem Brett, als gäbe es keine Alternativen. Der Stein ging in Kontakt mit dem weißen, der soeben gelegt wurde. Die Tänzer hatten sich das erste mal getroffen, in dieser temperamentvollen schnellen Melodie.

~klack~

~klack~

~klack~

Krachend gingen die  Steine in  der Ecke nieder. Die Zugfolge war zwar wohlbekannt, doch hatte man das Gefühl, dass sich Weiß hatte die Bewegung aufzwingen lassen, als hätte er nicht seinen eigenen Rhythmus gefunden, sondern war völlig von dem seines Gegenübers abhängig.

Fortsetzung folgt …

4 Kommentare zu “Der Weg einer Entscheidung Teil 5

  1. Ich bin dabei dies zu ändern, da sich wirklich dort zwei kleine Fehler eingeschlichen haben. Danke für den Hinweis! Allerdings ist es mühsam die Kommentare immer wieder neu zu übertragen, weswegen ich noch ein wenig Zeit brauchen werde, um die in allen Teilen zu machen.

    Gruß,
    Falkenfreund

  2. Gratulation zum Veröffentlichen! Was treibt uns Go-Spieler? Das ist immer spannend.
    Ich sehe immer wieder Kleinigkeiten in der Rechtschreibung, die ich gerne reparieren helfen würde. Z.B. „viel“ statt „fiel“ (in der Park-Episode, glaube ich). Oder jetzt gerade beim Kommentar zu Zug 24: es soll bestimmt Q10 heißen statt P10.

    Wie ist es mit dem Weiterreichen der Geschichte? Ich habe das Glück, als Rentner Go-Unterricht an drei Schulen geben zu dürfen und bin dabei, einen Go-Treff in Überlingen am Bodensee aufzubauen. Eine solche menschlich interessante Geschichte ums Go-Spiel ist sehr hilfreich, um Interesse am Go zu wecken oder zu festigen. Darf ich ein paar Seiten ausdrucken und als „Appetitanreger“ im Unterricht verwenden? Natürlich mit dem Hinweis auf Deine Homepage.

    Bitte schau auch einmal auf meine Homepage http://www.rwro.de, wo Du die Geschichte von „Ajis Weg“ in acht PDF-Heften lesen kannst. Es war herrlich, diese übsche Geschichte ins Deutsche zu übersetzen, wobei ich viel Kontakt zur Autorin und Zeichnerin Colette Bezio hatte.

    Liebe Grüße,
    Rainer (KGS: GoRoGoRo, DGoB-Forum: GoRo)

    1. Danke, wir freuen uns auch sehr über das Interesse unserer Leser.

      Das ab und an einmal ein Tipp- oder Rechtschreibfehler auftaucht ist leider kaum zu vermeiden, da wir beide nicht die Zeit haben einen Text mehrfach zu überarbeiten. (Wenn man an einem Text arbeitet sieht man oft die Fehler gar nicht mehr.) Natürlich geben wir uns dennoch Mühe und wenn jemand uns auf einen Fehler aufmerksam macht, werden wir diesen auch gerne beheben.
      (In der Park-Episode konnte ich keinen Fehler bezüglich „fiel“ oder „viel“ finden.)

      Die Kommentare zum Spiel sind von Falkenfreund, darum bitte ich hier auch ihn das anzusehen und gegebenenfalls zu korrigieren.

      Über ein Ausdrucken und Verteilen müssen wir (die Verfasser) uns zuerst noch kurz austauschen, eine Rückmeldung erfolgt dann natürlich noch.

  3. Bis jetzt gefällt mir die Geschichte wirklich sehr gut! Der Schreibstil ist wirklich angenehm zu lesen und die Idee das Brett auch direkt zu zeigen gefällt mir sehr (auch die Anmerkungen zu dem Aufbau des Spieles find‘ ich gut).
    Ich bin wirklich gespannt, wie es wohl weiter geht 😉

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