Der Weg einer Entscheidung Teil 34

„Manchmal muss man Entscheidungen treffen, die einem nicht gefallen.“ Frid legte Celia die Hand auf die Schulter. „Aber ich bin mir sicher, dass du die richtige Entscheidung triffst. Denn wenn ich von einer Sache überzeugt bin, dann von der, dass du weißt was du tust.“

Celia musste sich entscheiden.
„Du musst dich selbst entscheiden, es ist schließlich dein Leben.“ hatte ihre Mutter gesagt.
Celia schluckte. Mit so etwas hätte sie nie gerechnet, doch jetzt stand sie vor der wohl größten Entscheidung ihres Lebens. Ihr Vater hatte einen Unfall und lag nun im Krankenhaus.
Der Buchladen machte eine Menge Arbeit und Celias Mutter hatte sie gebeten zurück zu kommen, um ihr dabei zu helfen. Nur befand sich Celia gerade mitten in ihrem Studium und wenn sie das jetzt abbrach, war sie nicht sicher, ob sie es genau an dieser Stelle wieder aufnehmen konnte. Außerdem ginge dann alles von vorne los. Sie müsste sich ein Zimmer suchen, erneut umziehen und auch die Freunde wären vielleicht nicht mehr da.
Eines stand fest, es würde länger dauern, bis der Vater wieder gesund wäre. Celia empfände es als sehr egoistisch von sich, wenn sie ihren Eltern jetzt nicht half. Sie hatten so viel für sie getan und eigentlich wollte sie das Geschäft später auch einmal übernehmen, doch noch nicht jetzt. Das war keine leichtfertig zu entscheidende Sache, denn es hing wirklich einiges davon ab.
Es war irgendwie anders als eine Entscheidung auf dem Go-Brett, denn dabei war sie nur auf das eine Spiel beschränkt. Man konnte eine Fehlentscheidung leichter hinnehmen, denn sie trug keine weit rechenden Konsequenzen mit sich.
Die Entscheidung ihr Studium abzubrechen würde weiter reichen und ihr Leben vielleicht nachhaltig verändern. Auf jeden Fall würde sie sich ein paar Tage Zeit nehmen und vielleicht mit dem Berater ihres Studiengangs darüber sprechen. Was sie aber tun musste war, dass sie mit Aiden und ihren Freunden darüber sprach. Sie legte viel Wert auf die Meinung ihrer Freunde.
Manchmal half es sehr, mit jemandem über seine Sorgen zu sprechen.
Aiden hatte sofort gemerkt, dass etwas nicht stimmte und hatte sich Zeit genommen. Außerdem hatte er auch die anderen angerufen und sie waren alle gekommen.

„Das ist trotzdem keine einfache Entscheidung.“ meinte Aiden auf Frids Worte hin. „Vermutlich kann man es mit einer Situation vergleichen, in der man am liebsten zwei Go-Steine gleichzeitig setzen möchte.“
Celia wollte am liebsten beides tun, doch das war nicht möglich. Das machte ihr diese Entscheidung so schwer, denn wer wusste schon, was in welchem Falle geschehen würde?
Isa blickte nachdenklich drein: „Vielleicht kannst du ein Urlaubssemester einschieben? Das ist schließlich ein Notfall.“
„Ich weiß nicht…“ wandte Celia ein. „Es ist ja gerade mitten im Semester.“
„Klar, das müsstest du dann wohl wiederholen. Aber von Vorn anzufangen wäre umständlicher, nicht wahr?“

„Wir gehen morgen zu deinem Studienberater.“ erklärte Aiden bestimmt. „Der muss dir doch sagen können, ob man da nicht was machen kann.“
Celia war froh ihre Freunde um Rat gefragt zu haben. Sie machte sich neben der Frage, was sie tun sollte, auch Sorgen um ihre Eltern. Zwar hatte ihre Mutter betont, sie würde es auch alleine irgendwie schaffen und ihrem Vater ginge es inzwischen schon wieder etwas besser, aber das sagte sie sicher nur, damit Celia sich nicht zu sehr sorgte.
„Danke.“ sagte sie und wische sich eine Träne weg.

„Dafür sind Freunde doch da.“ erklärte Leen und lächelte.

 

Fortsetzung folgt…

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