Der Weg einer Entscheidung Teil 36

Seit langem Stand das Go-Brett nun in der Ecke. Irgendwie kam Aiden in letzter Zeit nicht mehr dazu es zu nutzen. Aber das machte nichts, denn er spielte Go mit jedem Schritt den er in seinem Leben ging und mit jeder Entscheidung, die er traf. Entscheidungen lauerten hinter jeder Ecke und die wenigsten davon waren einfach. Vielleicht machte er sich aber auch einfach viel zu viele Gedanken darüber, welches die richtige Entscheidung war.

Das Celia wieder zurück war, hatte ihn zuerst erstaunt, dann aber sehr gefreut. Inzwischen waren einige Monate vergangen und eine Art Alltag war eingekehrt. Er traf sich regelmäßig mit Celia und sie unterhielten sich manchmal sehr lange. Über was sie dabei sprachen war sehr unterschiedlich, aber Go spielte dabei eher selten eine Rolle.

Manchmal musste man das tun, was gerade richtig für einen war und Aiden hatte das Gefühl, dass er mehr Zeit mit Celia verbringen sollte. Er hatte Angst, dass sie sonst viel zu viel alleine zuhause saß und vergaß, wie schön die Welt draußen sein konnte. Das Go dabei zu kurz kam, musste er dabei einfach hin nehmen, denn es gab für ihn kaum etwas wichtigeres als einer Freundin zu helfen.

Das Wetter war schön und sie hatten sich im Park verabredet. Aiden hatten eine kleine Überraschung mitgebracht, denn seine Schwester war zu Besuch und sie konnte wunderbar leckere Sachen backen. Auf seine Bitte hin, hatte sie kleine Törtchen mit Rhabarber und Erdbeeren gebacken und ihm lief allein schon beim bloßen Gedanken daran das Wasser im Mund zusammen. Eigentlich könnte er doch schon einmal probieren. Er musste sich wirklich zusammenreißen um nicht einfach in eins der Törtchen hinein zu beißen. Dann endlich kam Celia um die Ecke gebogen und winkte ihm zu. Rasch stand er auf und lief ihr entgegen.

„Schau dir das an, meine Schwester hat ein paar Törtchen für uns gebacken!“ freute er sich und präsentierte ihr die Naschereien.

„Oh, die sehen aber lecker aus. Backt deine Schwester häufiger solch leckere Sachen?“ wollte Celia wissen und Aiden erzählte ihr, dass sie gerne Konditorin geworden wäre, aber einige Umstände dies verhindert hätten. Manchmal musste man einen Umweg machen um zu seinem Ziel zu gelangen und nun buk sie einfach in ihrer Freizeit all die feinen Sachen. Aiden fand das ganz und gar nicht schlimm, denn so bekam er sie meistens kostenlos.

Sie spazierten ein Stück am Teich entlang, ehe sie sich auf einer Bank nieder ließen und den süßen Verführungen zu Leibe rückten. Leider waren sie sehr schnell verspeist und sie hätten gerne noch ein paar mehr davon gehabt, so lecker waren sie. Celia lehnte sich zurück und blickte in den Himmel hinauf, der nur von einigen Wolken verziert wurde, die wie Sahne-Kleckse wirkten.

„Weißt du eigentlich, wie froh ich bin, dass du wieder da bist?“ fragte Aiden wie aus heiterem Himmel und sie sah ihn verwundert an.

„Warum das denn?“ fragte sie und dachte dabei daran, dass er doch noch viele andere Freunde hatte. Er verstand sich mit einer ganzen Menge Leute gut und seine lustige und lockere Art kam bei fast allen gut an. Er war einfach so ein Typ Mensch, dem nichts wirklich Sorgen zu machen schien. Sie war da ganz anders, denn sie machte sich über alles Mögliche Sorgen. Celia wusste nicht mehr so recht was sie machen sollte, seit sie von zuhause gewissermaßen geflüchtet war. Das Aiden froh darüber war, dass sie genau hier war, weckte ganz ungewohnte Gedanken in ihr. Sie freute sich irgendwie sehr darüber. Das Gefühl erwünscht und gewollt zu werden war ihr zwar nicht fremd, aber es so gesagt zu bekommen war noch einmal etwas anderes.

„Weil du einfach du bist. Ohne dich hatte ich immer das Gefühl es würde Etwas, nein, Jemand, fehlen.“ Aiden lächelte und Celia spürte, wie ihre Wangen rot wurden. Es freute sie wirklich, dass er einfach so daher redete, als wäre das nichts besonderes. Ihr wäre es sicher nicht möglich gewesen das so zu äußern, dazu war sie einfach viel zu schüchtern.

 

Fortsetzung folgt…