Lexikon

Da im Text ein paar Begriffe vorkommen, die man immer wieder nutzt, wenn es um Go geht, sollen diese hier erklärt werden, sobald sie in der Geschichte vorgekommen sind. Sie werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet. Japanische Begriffe werden ohne Töne angegeben, außer wenn ansonsten Missverständnisse aufkommen könnten.
— Die Erläuterungen wurden von Falkenfreund verfasst.

(Hier nun die Begriffe, bis zu den Teilen 5-31.)

 

Dojo:
„Platz für den Weg“. Ein Ort, wo sich viele Menschen treffen, um sich in einer speziellen Kunst zu üben meist unter Anleitung eines Senseis. Normalerweise wird der Begriff Dojo jedoch nur im Zusammenhang mit Kampfsportarten verwendet, jedoch hat der Begriff eine solche allgemeine Aufmerksamkeit erfahren, dass er auch in anderen Bezügen verwendet wird.

Hyuga-Kaya Brett:
Kaya ist eine spezielle relativ seltene und darum teure Holzart. Es wird gesagt, dass das beste Holz aus der ehemaligen Provinz Hyuga stamme und deswegen wurde Hyuga-Kaya schon lange Zeit zur Herstellung der wertvollsten Bretter genommen. Dabei war dieses Holz für seine schöne Form und Farbe bekannt, außerdem hinterließen Steine beim Setzen auf Kaya-Holz einen besonders schönen Klang. Es gibt auch Berichte darüber, dass Spieler längere Zeit keine Ermüdungserscheinungen zeigten, wenn sie an einem Kaya-Brett spielten, als wenn sie an einem Brett aus anderem Holz spielten. Heutzutage ist das Fällen von Kaya-Bäumen streng reglementiert und das Fällen der alten Hyuga-Kaya Bäumen sogar gänzlich untersagt (aus ihnen sollen jedoch die schönsten Bretter entstanden sein). Auch deswegen rangiert der Preis für ein Kaya Brett heute zwischen ca. 2000 Euro bis zu mehreren 10.000 Euro.

Komi:
Erkennen sich zwei Spieler als gleichstark an, so erhält der Spieler mit den weißen Steinen einen Punktevorschuss, um den Umstand auszugleichen, dass Schwarz beginnen durfte. Bei Einführung des Komi betrug es 5 Punkte, heutzutage sind 6,5 Punkte üblich, wobei auch 7,5 Punkte auf höchstem Niveau immer häufiger vorgegeben werden.

Kyu- und Dangrade:
Um die Spielstärke von Spielern vergleichen zu können und so ein passendes Handicap zu ermitteln, wurde das Kyu/Dan-System eingeführt. Dabei sind die Kyugrade die sogenannten Schülergrade, sprich hier wird unterstellt, dass der betroffene Spieler versucht den aktuellen Wissensstand nur aufzuarbeiten und noch nicht wirklich einen eigenen Spielstil oder ähnliches besitzt. Kyugerade werden rückwärts gezählt, also ist der 1. Kyu (kurz 1k) der höchste Kyugrad. Einem kompletten Anfänger wird zunächst der 30. oder 25. Kyu verliehen. Durch Verleihung von Dan-Spielern oder guten Ergebnissen in Turnierpartien kann sich der Spieler einen höheren Grad verdienen, bis er beim 1. Kyu angelangt ist. Ein Spieler, der auf dem 1. Kyu ist und dort genügende Turnierergebnisse aufweist, kann zum ersten Amateur-Dan (kurz 1d) befördert werden, von der verleihungsberechtigten Organisation. In Japan übernimmt dies der Nihon-Kiin mit sogenannten Diplomen, während in Europa ein schlichtes Rating eine Aussage darüber trifft (das sogenannte GoR (Go-Rating) der EGF (European Go Federation)). Durch weiterhin außergewöhnliche Ergebnisse kann der Spieler die Amateur-Dangrade hoch bis zum 7. Amateur-Dan befördert werden. Zeigt der Spieler auf diesem Grad noch immer außergewöhnliche Ergebnisse kann er zur lokalen Profiprüfung zugelassen werden, welche meist aus einem besonderen Turnier besteht. Besteht er diese Prüfung wird er zum ersten Profi-Dan (kurz 1p) befördert. Von dort kann er wieder durch außergewöhnliche Turnierergebnisse bis zum 9. Profi-Dan befördert werden. Selten werden Profigrade auch außerhalb der entsprechenden Prüfung bzw. Turnierleistung wiederum von der entsprechenden Organisation verliehen.

Der 8. Amateur-Dan und 10. Profi-Dan sind Ränge außerhalb des normalen Kyu-/Dansystems. Dabei dient der 8.Amateur-Dan dazu, Spieler  auszuzeichnen, die nicht mehr zur Profiprüfung zugelassen werden können, aber trotzdem eine Spielstärke haben, die den Profirängen entspräche. Der 10. Profi-Dan ist kein regulärer Stärkegrad, sondern wird als Titel (z.B. in Japan als Judan) in einer bestimmten Periode immer wieder neu ausgespielt.

Heutzutage wird das Kyu-/Dansystem nicht nur im Go verwendet, sondern auch in anderen Brettspielen und Kampfsportarten.

Nigiri:
Erkennen sich zwei Spieler als gleichstark an, so losen sie die Farbverteilung durch folgende Methode aus: Der Spieler, welcher die Dose mit den weißen Steinen vor sich entdeckte, nimmt eine beliebige Anzahl von Steinen in die Faust und verbirgt sie vor dem Gegner.
Der Schwarze nun legt einen Stein für Beide sichtbar hin, wenn er meint die Anzahl der weißen Steine in der Hand sei ungerade und zwei, wenn er meint die Anzahl sei gerade. Hat der Schwarze recht, so behält er die schwarzen Steine, hat er unrecht, so werden die Farben getauscht und die Partie beginnt. Wie üblich beginnt der Spieler, welcher die schwarzen Steine hat.

Sensei:
Japanisch für Lehrer. Hier meist im Sinne von Go-Lehrer gebraucht. Auch heute ist noch üblich, dass sich aufstrebende Spieler, um einen „alten Hasen“ den Sensei sammeln, um von ihm zu lernen und miteinander Go zu studieren. Meist ist dafür jedoch eine Gebühr fällig.

Simultanveranstaltung:
Bei einer Simultanveranstaltung spielt ein (meist allen Gegnern einzeln überlegender) Spieler gegen mehrere Gegner. Jeder Gegner hat ein eigenes Brett und der Simultanspieler geht die Bretter nacheinander ab und macht wenn nötig einen Zug. Dabei werden keine Uhren verwendet. Die Regel ist, dass der jeweilige Gegner einen Zug zu machen hat, wenn der Simultanspieler zum zweiten Mal am Brett vorbeikommt. Jedoch wird diese Regel nicht streng behandelt, daher wenn der Gegner eine komplizierte Situation zu lösen hat, wird der Simultanspieler normalerweise nicht auf diese Regel bestehen, wobei es seine Wahl bleibt, seinen Gegner zum Zug aufzufordern. Da der Simultanspieler viele Partien zu verarbeiten hat, wird von ihm nicht erwartet trotz seiner nominellen Überlegenheit alle Spiele zu gewinnen.